Literaturangebote der Arbeitsgemeinschaft (3)

Ludwig Seitz:

Die Post der Tsingtauer
in japanischer Gefangenschaft 1914-1920

(SCHRIFTEN ZUR DEUTSCHEN KOLONIALPHILATELIE
UND KOLONIALGESCHICHTE - Band 3)
Etwa 310 Seiten, davon 16 farbig, rund 1200 Abbildungen

Die Arbeitsgemeinschaft hat Mitte des Jahres 1998 als Band 3 ihrer Buchreihe das Handbuch von Ludwig SEITZ über die Kriegsgefangenenpost der Tsingtauer in japanischer Hand herausgebracht.

Seit Erscheinen der ersten und bisher einzigen zusammenfassenden Darstellung dieses Themas durch Helmut RÜFER und Wolf RUNGAS *) sind mehr als dreißig Jahre vergangen, in denen viele Neuerkenntnisse hinzugekommen sind und manche Irrtümer erkannt wurden, die sich bei RÜFER und RUNGAS vor allem wegen ihrer mangelnden Kenntnis japanischer Schriftzeichen eingeschlichen hatten. Hinzu kommt, dass das Werk 1964 etwas übereilt und in nicht ganz ausreichender Kenntnis der Materialbreite veröffentlicht worden ist. Diesen Mängeln versucht das Buch unseres Mitgliedes Ludwig SEITZ abzuhelfen. Der Autor, der sich seit einem Japanaufenthalt während des Zweiten Weltkrieges Kenntnisse des Japanischen angeeignet hat, die ihn sogar befähigen, die komplizierte Schrift in den Han, den Namenssiegeln der Zensoren, zu interpretieren, handelt das Gebiet umfassend ab, wobei er sich nicht nur auf seine eigene, umfangreiche Sammlung stützt, sondern auch auf eine in über 40 Jahren zusammengetragene Kartei zurückgreift, die Kopien und Informationen aus anderen bedeutenden Sammlungen und Auktionskatalogen des In- und Auslands enthält. Über 1200 Abbildungen mit Wiedergabe fast aller bekannten Stempel, Post-, Zensur-, Kgf.-Portofreiheits-, Postleit- und Lagerstempel und -siegel, der Han der Zensoren und der verschiedenen Formulare, R-Zettel usw. machen den Text anschaulich. Eine große Anzahl der in der Gefangenschaft bei den verschiedenen Lagerdruckereien entstandenen, z. T. graphisch recht reizvollen Bildpostkarten wird ebenfalls abgebildet.

Das Buch bietet in einem allgemeinen Teil eine Einführung in die Lagerpost, in der u. a. verschiedene Spezialisierungsmöglichkeiten aufgezeigt werden, einen geschichtlichen Überblick, korrigiert wichtige Irrtümer in der früheren Literatur, stellt die japanischen Schriften dar, soweit sie im gegebenen Zusammenhang wichtig sind, außerdem die japanischen Zahlen, die Datierung sowie die Systematik der Poststempel, und beschreibt die verschiedenen Versendungsformen, die den Kriegsgefangenen zur Verfügung standen ebenso wie die Merkmale einer Kriegsgefangenensendung. Eine Aufstellung von Tsingtauer Einheiten und Behörden fehlt nicht. Weitere Kapitel befassen sich mit den Hilfsorganisationen, dem Zentral-Nachweis-Büro des Reichsmarineamts und seinem japanischen Pendant, dem Auskunftsbüro in Tokyo, dem Postverkehr mit den in Tsingtau verbliebenen Deutschen und mit den Tsingtauern in nichtjapanischen Lagern (S. M. Torpedoboot „S 90“, S. M. Hilfskreuzer „Cormoran“) und der Post von den Heimkehrertransporten 1920. Ein kurzer Abschnitt geht auf die Japaner in deutscher Gefangenschaft ein. Am Schluss dieses allgemeinen Teiles stehen Anhaltspunkte zur Bewertung.

Der zweite Teil des Buches befasst sich mit den einzelnen Lagern, die nach einer diesem Teil vorangestellten Systematik abgehandelt werden: Für jedes Lager werden in der gleichen Reihenfolge und unter den gleichen Ziffern die Stempel (Post-, Zensur-, Lagerstempel usw.), Ganzsachen (Umschläge, Karten, Briefbogen-Vordrucke usw.), besondere Versendungsformen (Einschreiben, Geldbriefe) und Bildpostkarten erfasst und abgebildet. Danach ist jedem der 18 Lager, die in Japan während des Ersten Weltkriegs mit deutschen und österreichischen Gefangenen (diese von dem Linienschiff „Kaiserin Elisabeth“) belegt waren, ein Abschnitt gewidmet. Eine Landkarte gibt Auskunft, wo in Japan die einzelnen Lager eingerichtet waren.

€ 49,-- (zzgl. Versand)

Stempelkatalog
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